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Kommt ein GLP‑1‑Medikament für mich infrage? Und wann nicht

Für wen die Zulassung und die deutsche Leitlinie diese Medikamente vorsehen, wer sie nicht nehmen sollte, was die Krankenkasse zahlt und wie Sie sich auf ein ehrliches Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorbereiten.

Die kurze Antwort

In der EU sind GLP‑1‑Medikamente für Typ‑2‑Diabetes zugelassen, und für Adipositas oder Übergewicht, das Ihrer Gesundheit schadet. Bei Diabetes zahlt die gesetzliche Krankenkasse. Zum Abnehmen zahlt sie nicht: Sie brauchen ein Privatrezept und tragen die Kosten selbst. Einen Grenzwert zu erreichen heißt nicht, dass Sie das Medikament nehmen sollten. Manche Menschen sollten es gar nicht nehmen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie ein Medikament beginnen, absetzen oder ändern.

Das Wichtigste

Namen, die Sie sehen
Wegovy und Ozempic enthalten Semaglutid. Mounjaro enthält Tirzepatid (in den USA heißt es zum Abnehmen Zepbound). Ozempic ist in der EU nur für Typ‑2‑Diabetes zugelassen, nicht zum Abnehmen.1,4,29
Die Zulassung
Erwachsene mit einem BMI ab 30, oder von 27 bis unter 30 mit mindestens einer gewichtsbedingten Erkrankung1,4
€Krankenkasse
  • Bei Typ‑2‑Diabetes: Kassenrezept, Sie zahlen nur die Zuzahlung (5 bis 10 €)
  • Zum Abnehmen: per Gesetz ausgeschlossen, also Privatrezept zum vollen Preis
  • Private Krankenversicherung: je nach Tarif und Begründung8,11,12
Das ist kein Ja
Laut Zulassung kommt das Medikament zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung dazu, und die Ärztin oder der Arzt wägt es mit Ihnen ab1,2
Nicht nehmen, wenn
Sie allergisch dagegen sind oder schwanger sind. Die US-Fachinformation schließt auch Menschen mit medullärem Schilddrüsenkrebs in der eigenen oder familiären Vorgeschichte oder mit MEN 2 aus1,3
Ergebnisse schwanken
In den großen Studien nahmen 9 bis 14 von 100 Menschen weniger als 5 % ihres Gewichts ab; mit Typ‑2‑Diabetes etwa 31 von 10020,21,22
Nach dem Absetzen
Der größte Teil des verlorenen Gewichts kommt meist innerhalb eines Jahres zurück23
Rezept
Immer. Alle diese Medikamente sind verschreibungspflichtig7
Auf dieser Seite
  1. Worauf achten Ärztinnen und Ärzte?
  2. Wer zahlt: Krankenkasse oder Sie selbst?
  3. Wer sollte kein GLP‑1‑Medikament nehmen?
  4. Schwangerschaft, PCOS und die Pille
  5. Jugendliche, Ältere, Nieren, Leber, andere Medikamente, Operationen
  6. Und wenn ich nur ein paar Kilo abnehmen möchte?
  7. Welche Ergebnisse kann ich ehrlich erwarten?
  8. So können Sie es durchdenken
  9. Was Sie zum Termin mitbringen
  10. Welche Begleitung gehört dazu?
  11. Häufige Fragen

Worauf achten Ärztinnen und Ärzte?

Auf Ihr Gewicht, Ihre Erkrankungen und das, was Sie schon versucht haben. Eine BMI-Zahl allein entscheidet nicht.

Der BMI (Body-Mass-Index) ist Ihr Gewicht in Kilogramm, geteilt durch Ihre Körpergröße in Metern zum Quadrat. Im Internet werden zwei Arten von Zahlen oft verwechselt. Die eine beschreibt Ihr Gewicht. Die andere zeigt, ab wann eine Ärztin oder ein Arzt ein Medikament erwägen kann. Das ist nicht dasselbe.

Beschreibt Ihr Gewicht Die deutsche S3-Leitlinie

Die Leitlinie zur Adipositas (die wichtigste deutsche Behandlungsempfehlung) sieht einen Grund zur Behandlung ab einem BMI von 30. Oder ab 25, wenn zusätzlich etwas dazukommt:2

  • eine Erkrankung durch das Gewicht, etwa Bluthochdruck oder Typ‑2‑Diabetes
  • viel Bauchfett: Taillenumfang ab 102 cm (40 in) bei Männern, ab 88 cm (35 in) bei Frauen
  • hoher seelischer Leidensdruck

Ratgeber 1 erklärt BMI und Bauchumfang.

Ab wann ein Medikament infrage kommt Die EU-Zulassung

Wegovy und Mounjaro sind zum Gewichtsmanagement zugelassen für Erwachsene mit einem BMI ab 30. Oder von 27 bis unter 30 mit mindestens einer gewichtsbedingten Erkrankung, zum Beispiel Bluthochdruck, Typ‑2‑Diabetes oder Schlafapnoe.1,4 Die Leitlinie nennt dieselben Werte: Ein Medikament „kann“ ab BMI 27 mit Risikofaktoren oder ab BMI 30 eingesetzt werden.2

Ein Grenzwert ist kein Grund, das Medikament zu nehmen. Die Zulassung ist die äußere Grenze dessen, was eine Ärztin oder ein Arzt erwägen darf, kein Versprechen. Die S3-Leitlinie sagt klar: Ein Medikament „soll nur in Kombination mit einer multimodalen Basistherapie“ eingesetzt werden, also zusammen mit Ernährung, Bewegung und Verhaltensänderung.2

Ihre Herkunft ändert die Werte in Deutschland nicht. Die EU-Zulassung nutzt für alle dieselben Zahlen.1,4 Die S3-Leitlinie nennt keine eigenen Werte für Menschen mit asiatischer oder anderer Herkunft. Sie sagt nur, ethnische Unterschiede seien „zu berücksichtigen“.2 Andere Länder machen das anders: Großbritannien zum Beispiel senkt die Werte für bestimmte Gruppen um 2,5 Punkte.30 Wenn das Sie betrifft, sprechen Sie es an.

Typ‑2‑Diabetes ist ein eigener Grund. Ozempic ist in der EU zur Behandlung von Typ‑2‑Diabetes zugelassen. Diese Zulassung hat keine BMI-Grenze.29 Die deutsche Versorgungsleitlinie zum Typ‑2‑Diabetes sagt: Bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung kommt eine Kombination aus Metformin und einem GLP‑1‑Medikament (oder einem SGLT2-Hemmer) infrage.15 Und wenn bei Diabetes das Abnehmen ein Ziel ist, empfiehlt die Adipositas-Leitlinie GLP‑1‑Medikamente.2 Ihre Ärztin oder Ihr Arzt schaut dabei auf Ihren HbA1c-Wert (eine Blutprobe, die Ihren durchschnittlichen Zucker der letzten etwa 3 Monate zeigt) und auf Ihre anderen Medikamente.

Was ist mit dem Herzen? Die große Studie SELECT zeigte bei Menschen mit Herzerkrankung und Übergewicht weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle unter Wegovy.1 In der EU steht dieses Ergebnis aber nur im Studienteil der Fachinformation (Abschnitt 5.1), nicht als eigene Zulassung.1 Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Kasse für diesen Zweck haben wir nicht gefunden.9

Wer verschreiben darf. Jede approbierte Ärztin und jeder approbierte Arzt. Eine Beschränkung auf Fachärzte haben wir in der Zulassung nicht gefunden.1,4 In der Praxis ist es oft die Hausärztin oder der Hausarzt, eine diabetologische Schwerpunktpraxis oder ein Adipositaszentrum. Eine Behandlung nur über Bildschirm oder Fragebogen ist nach der ärztlichen Berufsordnung nur „im Einzelfall“ erlaubt.16 Bei Testkäufen der Verbraucherzentrale NRW im März 2026 gaben Testpersonen ein falsches Gewicht an. 5 von 6 Online-Angeboten stellten trotzdem ein Rezept aus oder verschickten Wegovy.17 Ratgeber 6 erklärt die Wege zum Rezept.

Wer zahlt: Krankenkasse oder Sie selbst?

Bei Typ‑2‑Diabetes zahlt die gesetzliche Krankenkasse. Zum Abnehmen zahlt sie nicht, auch wenn Ihr BMI sehr hoch ist.

Das Sozialgesetzbuch schließt Medikamente aus, die „zur Abmagerung oder zur Zügelung des Appetits, zur Regulierung des Körpergewichts“ dienen.8 Man nennt sie oft „Lifestyle-Arzneimittel“. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA, das Gremium, das über Kassenleistungen entscheidet) hat deshalb zwei Medikamente auf diese Liste gesetzt:

  • Wegovy (Semaglutid zur Gewichtsreduktion), im März 20249
  • Mounjaro (Tirzepatid zur Gewichtsreduktion), im September 2024. Bei Typ‑2‑Diabetes bleibt Tirzepatid eine Kassenleistung.10

Der G-BA sagt, er habe hier keinen Spielraum: Das Gesetz lässt ihm keine Wahl.9

Ihre LageWas gilt
Gesetzlich versichert, mit Typ‑2‑DiabetesKassenrezept (heute meist als E-Rezept). Sie zahlen die Zuzahlung: 10 % des Preises, mindestens 5 €, höchstens 10 € je Packung.11 Ozempic, Mounjaro und andere GLP‑1‑Medikamente gibt es so bei Diabetes.10
Gesetzlich versichert, zum AbnehmenPrivatrezept. Sie zahlen den vollen Apothekenpreis selbst.8,9 Ozempic darf auf Kassenrezept nicht zum Abnehmen verschrieben werden.19 Die Lieferengpass-Empfehlungen des BfArM von 2023 sind seit März 2026 aufgehoben; die Regeln der Kasse gelten weiter.18
Privat versichertDie PKV kann zahlen, wenn das Medikament im Rahmen der Zulassung verordnet ist, das Abnehmen „nicht rein kosmetischen Zwecken“ dient, andere Wege nicht gereicht haben und Ihr Tarif es nicht ausschließt.12 Fragen Sie vorher schriftlich nach.

Gerichte bestätigen das bisher. Ein Sozialgericht lehnte 2025 die Kostenübernahme für Mounjaro durch die gesetzliche Kasse ab.14 Bei einer privaten Versicherung urteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth im Mai 2026: Ohne Therapiekonzept muss die Versicherung nicht zahlen. Es fehlten belegte frühere Abnehmversuche und begleitende Maßnahmen zu Ernährung und Bewegung.13 Das Urteil ist nicht rechtskräftig: Die Berufung läuft beim Oberlandesgericht Nürnberg (Az. 8 U 1103/26).13 Heben Sie trotzdem Unterlagen über frühere Versuche auf.

Ändert sich das bald? Stand Oktober 2026: nein. Eine Petition zur Kostenübernahme wurde an das Bundesgesundheitsministerium überwiesen. Konkrete Gesetzespläne gibt es aber nicht.14 Seiten, die eine Kassenleistung für ein bestimmtes Jahr versprechen, konnten wir nicht bestätigen.

Die Regeln können sich ändern. Geprüft am 12. Okt. 2026. Preise je Packung stehen in Ratgeber 6.

Wer sollte kein GLP‑1‑Medikament nehmen?

Manche Menschen sollten diese Medikamente nie nehmen. Bei anderen ist besondere Vorsicht nötig, und eine Ärztin oder ein Arzt kann entscheiden, dass es für sie nicht sicher ist.

Die Fachinformationen sind die offiziellen Texte zum Medikament. Die EU-Fachinformation nennt nur eine feste Gegenanzeige: eine Allergie gegen den Wirkstoff oder einen Bestandteil.1,4 Die US-Fachinformation nennt eine zweite Gruppe: alle, die selbst oder in der Familie medullären Schilddrüsenkrebs (MTC) hatten, oder die eine seltene erbliche Erkrankung namens MEN 2 haben (multiple endokrine Neoplasie Typ 2).3,6

Die Schilddrüsen-Warnung stammt aus Tierversuchen. Semaglutid löste bei Nagetieren Schilddrüsentumoren aus. Ob das beim Menschen auch passiert, weiß man noch nicht.3 Deshalb steht sie in der US-Fachinformation als Gegenanzeige. In der EU-Fachinformation ist sie keine Gegenanzeige.1,3 Wenn das in Ihrer Familie vorkam, sprechen Sie es trotzdem an.

Die Tabelle zeigt die wichtigsten Punkte. „Nicht nehmen“ heißt: Eine Fachinformation nennt es als festen Grund gegen das Medikament. „Nicht empfohlen“ heißt: Sie rät davon ab. „Vorsicht“ heißt: Die Ärztin oder der Arzt kann es trotzdem verschreiben, beobachtet Sie aber genauer.

Was auf Sie zutrifftWarum es wichtig istWas es bedeutet
Sie oder ein enger Verwandter hatten medullären Schilddrüsenkrebs, oder Sie haben MEN 2Schilddrüsentumoren in Tierversuchen; Risiko beim Menschen unbekannt3Nicht nehmen (USA) Gegenanzeige nur in der US-Fachinformation, nicht in der EU3,6,1
Allergie gegen das Medikament oder seine BestandteileSchwere allergische Reaktionen wurden berichtet3Nicht nehmen1,3
Schwanger, oder Sie möchten schwanger werdenKann dem Kind schaden3Absetzen Wegovy mindestens 2 Monate vorher absetzen1
StillzeitWegovy soll in der Stillzeit nicht angewendet werden1Nicht anwenden laut EU-Fachinformation1
Frühere Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)Pankreatitis, manchmal tödlich, ist unter diesen Medikamenten aufgetreten3Vorsicht Die EU-Fachinformation zu Mounjaro rät zur Vorsicht4
Schwere Gastroparese (sehr langsame Magenentleerung) oder DarmerkrankungMagen-Darm-Beschwerden können stärker ausfallen1,3Nicht empfohlen, wenn schwer Vorsicht bei chronisch-entzündlicher Darmerkrankung1
Probleme mit der GallenblaseGallensteine sind unter diesen Medikamenten häufiger3Ärztin oder Arzt informieren Erwähnen Sie frühere Gallensteine3
Typ‑1‑DiabetesWegovy wurde bei Typ‑1‑Diabetes nicht untersucht1,3Nicht empfohlen zum Abnehmen (EU-Fachinformation)1
Schwere NierenerkrankungWenig Erfahrung; Erbrechen und Durchfall können austrocknen und den Nieren schaden1,3Entscheidung durch Fachärzte Siehe Nieren weiter unten
Schwere LebererkrankungWenig Erfahrung bei schwerer Leberschwäche1Nicht empfohlen zum Abnehmen (EU-Fachinformation)1
Diabetische Netzhauterkrankung (Retinopathie)Augenkomplikationen bei Menschen mit Typ‑2‑Diabetes berichtet3Vorsicht Regelmäßige Augenkontrollen nötig3
Schwere Herzschwäche (Herzinsuffizienz)Im schwersten Stadium nicht untersucht1Nicht empfohlen zum Abnehmen (EU-Fachinformation)1
Essstörung, jetzt oder früherDie starke Wirkung auf den Appetit kann gestörtes Essverhalten verschlimmern26Ärztin oder Arzt informieren Steht nicht in den Fachinformationen, aber Forschende weisen darauf hin26

Aus der EU-Fachinformation zu Wegovy und den US-Fachinformationen zu Wegovy und Zepbound. Ihr Beipackzettel ist die deutsche Fassung; lesen Sie ihn vor dem Start.

Schwangerschaft, PCOS und die Pille

Nehmen Sie kein GLP‑1‑Medikament in der Schwangerschaft. Wenn Sie schwanger werden könnten, klären Sie die Verhütung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie anfangen.

Diese Medikamente bleiben nach der letzten Dosis noch eine Weile im Körper. Deshalb sollen Sie sie vor einer geplanten Schwangerschaft rechtzeitig absetzen: Wegovy mindestens 2 Monate vorher, Mounjaro mindestens 1 Monat vorher. So steht es in den EU-Fachinformationen.1,4

Tirzepatid kann die Pille unsicherer machen. Es verlangsamt die Magenentleerung. Dadurch kann die Pille schlechter aufgenommen werden. Am stärksten ist das nach der ersten Dosis.6

Hier unterscheiden sich die Behörden. Die US-Fachinformation rät: Wechseln Sie zu einer Methode, die Sie nicht schlucken, oder verhüten Sie zusätzlich mit einer Barrieremethode wie dem Kondom, jeweils 4 Wochen nach dem Start und nach jeder Dosiserhöhung.6 Die EU-Fachinformation hält den Effekt dagegen für nicht klinisch bedeutsam und sieht keine Anpassung der Pille vor.4 Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, was für Sie gilt. Methoden, die Sie nicht schlucken, etwa eine Hormonspirale, sind nicht betroffen.6

Bei Semaglutid ist laut EU-Fachinformation nicht zu erwarten, dass die Pille schlechter wirkt.1

Hinweis zu PCOS. Wenn Sie ein PCOS haben (polyzystisches Ovarsyndrom, eine häufige Hormonstörung) und die Pille nehmen, betrifft Sie die Frage oben.4,6 Sprechen Sie vor dem Start mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, besonders bei Mounjaro, und klären Sie die Verhütung im selben Termin.

Jugendliche, Ältere, Nieren, Leber, andere Medikamente und Operationen

Diese Gruppen können GLP‑1‑Medikamente manchmal nehmen. Aber jede braucht zusätzliche Kontrollen, und manche brauchen eine Fachärztin oder einen Facharzt.

Jugendliche

In der EU ist Wegovy ab 12 Jahren zugelassen, für Jugendliche mit Adipositas und mehr als 60 kg (132 lb) Körpergewicht, zusammen mit Ernährung und Bewegung.1 Die Fachinformation sagt: Hat der BMI nach 12 Wochen auf der vollen Dosis nicht um mindestens 5 % abgenommen, wird die Behandlung beendet und neu bewertet.1 Gallensteine kamen bei Jugendlichen unter Wegovy häufiger vor als bei Erwachsenen.3 Mounjaro ist zum Gewichtsmanagement nur für Erwachsene zugelassen.4

Ältere Menschen

Ältere Menschen können mit dem Fett auch Muskeln verlieren. Das erhöht das Risiko, gebrechlich zu werden. Direkte Studien bei Älteren gibt es kaum.27 In einer großen Wegovy-Studie hatten Menschen ab 75 Jahren mehr Brüche an Hüfte und Becken als unter einer Scheinspritze (einem Placebo ohne Wirkstoff).3 Wer durch Erbrechen oder Durchfall austrocknet, kann seine Nieren schädigen. Genug trinken ist deshalb wichtig.3

Nierenerkrankung

Nierenschäden wurden berichtet, meist bei Menschen, die durch Magen-Darm-Beschwerden ausgetrocknet waren.3 Die EU-Fachinformation empfiehlt Wegovy nicht, wenn die Nierenfunktion sehr niedrig ist (ein eGFR-Wert im Blut unter 30).1 Bei Menschen mit Typ‑2‑Diabetes und Nierenerkrankung ist Ozempic in den USA dagegen zugelassen, um die Nieren zu schützen.5 Das entscheidet also Ihre Nieren- oder Diabetes-Fachärztin oder Ihr Facharzt.

Lebererkrankung

Bei schwerer Leberschwäche wird Wegovy nicht empfohlen. Bei leichteren Formen ist Vorsicht nötig.1

Wenn Sie Insulin oder einen Sulfonylharnstoff nehmen

Sulfonylharnstoffe sind Diabetes-Tabletten wie Glimepirid oder Glibenclamid. Zusammen mit einem GLP‑1‑Medikament erhöhen sie und Insulin das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie), auch einer schweren.3 Ihre Ärztin oder Ihr Arzt senkt deren Dosis vielleicht beim Start und sollte Ihnen die Anzeichen einer Unterzuckerung erklären.3

Vor einer Operation oder Magenspiegelung

GLP‑1‑Medikamente verlangsamen die Magenentleerung. In seltenen Fällen war trotz Nüchternheit noch Essen im Magen und wurde in der Narkose in die Lunge eingeatmet.3 Sagen Sie dem Operationsteam und der Narkoseärztin oder dem Narkosearzt immer, dass Sie eines nehmen.3

Eine US-Empfehlung von 2024 sagt: Die meisten Menschen können es vor einer geplanten Operation weiter nehmen. Menschen mit höherem Risiko brauchen vielleicht 24 Stunden vorher nur flüssige Kost. Dazu gehören Menschen in den ersten Wochen der Dosissteigerung, mit hohen Dosen oder mit Magen-Darm-Beschwerden.24 Ihr Krankenhaus hat vielleicht eigene Regeln; folgen Sie diesen.

Und wenn ich nur ein paar Kilo abnehmen möchte?

Diese Medikamente sind nicht für ein paar Kilo vor der Hochzeit oder dem Urlaub gedacht, und nicht, um für den Muskelaufbau Fett zu verlieren. Sie tragen dieselben Risiken, ohne belegten Nutzen.

Dafür sind sie nicht zugelassen. Die Zulassung zum Abnehmen gilt für Adipositas oder für Übergewicht mit einer gewichtsbedingten Erkrankung.1,4 Die großen Studien haben nur solche Menschen untersucht.20,21

Die Risiken werden nicht kleiner, nur weil Ihr Ziel klein ist. Magen-Darm-Beschwerden, Gallensteine und Pankreatitis können trotzdem auftreten.3

Das Gewicht kommt meist zurück. Ein Jahr nach dem Absetzen von Semaglutid hatten die Menschen etwa zwei Drittel des verlorenen Gewichts wieder zugenommen.23 Eine kurze Kur vor einem Ereignis ist danach wahrscheinlich wieder verloren.

Ein Teil dessen, was Sie verlieren, ist Muskulatur. In Studien machten Muskeln bis zu einem Viertel des verlorenen Gewichts aus.27 Das spricht gegen ein Fitness-Ziel.

Fälschungen sind ein echtes Risiko. Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) bestätigte 2023 gefälschte Ozempic-Pens, die Insulin enthielten. In Österreich kamen Menschen damit ins Krankenhaus.25 Angebote „ohne Rezept“ sind nicht legal: Versandapotheken brauchen eine behördliche Erlaubnis, und Sie können sie im Register des BfArM prüfen.28

Was Sie stattdessen lesen können. Ratgeber 3: Ihre Möglichkeiten erklärt Ernährung, Bewegung und andere Wege. Der Pfad „Ein paar Kilo“ fasst alles zusammen.

Welche Ergebnisse kann ich ehrlich erwarten?

Die meisten Menschen in den Studien nahmen deutlich ab. Aber die Ergebnisse schwanken stark, Nebenwirkungen sind häufig, und das Gewicht kommt zurück, wenn Sie aufhören.

Vor den Zahlen kurz, wie diese Studien funktionieren:

  • Die Teilnehmenden werden per Zufall in Gruppen eingeteilt.
  • Eine Gruppe bekommt das Medikament. Die andere bekommt eine Scheinspritze (ein Placebo), die gleich aussieht, aber keinen Wirkstoff enthält.
  • Beide Gruppen bekommen dieselben Ratschläge zu Ernährung und Bewegung.
  • Der Unterschied zwischen den Gruppen ist das, was das Medikament zusätzlich bewirkt hat.

Die Studien nutzen 5 % des Körpergewichts als wichtige Marke.20,21 Wer mit 90 kg (198 lb) startet, nimmt dafür 4,5 kg (etwa 10 lb) ab. So viele von je 100 Menschen erreichten das in jeder Studie:

STEP 1Semaglutid 2,4 mg (Wegovy), wöchentlich

Erwachsene ohne Diabetes, 68 Wochen.20

Semaglutid86 von 100
Scheinspritze31 von 100
SURMOUNT-1Tirzepatid 15 mg (Mounjaro), wöchentlich

Erwachsene ohne Diabetes, 72 Wochen.21

Tirzepatid91 von 100
Scheinspritze35 von 100
STEP 2Semaglutid 2,4 mg (Wegovy), wöchentlich

Erwachsene mit Typ‑2‑Diabetes, 68 Wochen.22

Semaglutid69 von 100
Scheinspritze28 von 100

Das sind getrennte Studien mit unterschiedlichen Menschen. Man kann sie nicht direkt miteinander vergleichen.

Andersherum gesagt: Etwa 1 von 7 Menschen unter Semaglutid und 1 von 11 unter Tirzepatid nahm weniger als 5 % ab. Mit Typ‑2‑Diabetes war es fast 1 von 3.20,21,22

Wenn Sie aufhören, kommt das meiste zurück. Ein Jahr nach dem Absetzen von Semaglutid hatten die Menschen etwa zwei Drittel des verlorenen Gewichts wieder zugenommen.23

Wegen Nebenwirkungen hören manche auf. In der Semaglutid-Studie brachen 4,5 von 100 Menschen wegen Magen-Darm-Beschwerden ab, gegenüber 0,8 von 100 unter der Scheinspritze. Diese Zahl zählt nur Magen-Darm-Beschwerden.20 Unter Tirzepatid 15 mg hörten 6,2 von 100 wegen irgendeiner Nebenwirkung auf, gegenüber 2,6 von 100.21 Die beiden Zahlen messen also Verschiedenes.

Menschen mit Diabetes nehmen meist weniger ab. Im Durchschnitt waren es 9,6 % des Körpergewichts in der Diabetes-Studie, gegenüber 14,9 % bei Menschen ohne Diabetes.22,20

Rechnen Sie mit Kontrollen. Die S3-Leitlinie sagt, der Erfolg „soll regelmäßig evaluiert werden“.2 Als Ziel nach 6 bis 12 Monaten nennt sie mindestens 5 % des Ausgangsgewichts bei einem BMI von 25 bis 34,9, und mindestens 10 % ab einem BMI von 35.2 Eine feste Regel, wann Erwachsene Semaglutid oder Tirzepatid absetzen sollen, gibt es in Deutschland nicht. Die Wegovy-Fachinformation nennt eine solche Regel nur für Jugendliche.2,1

Denken Sie langfristig. Die Studie zum Absetzen kam zu dem Schluss, dass eine dauerhafte Behandlung nötig zu sein scheint, um den Nutzen zu halten.23 Ratgeber 9 erklärt das Absetzen.

Die Kosten summieren sich. Zum Abnehmen zahlen Sie jede Packung selbst. Ratgeber 6 zeigt die gesetzlich festen Apothekenpreise.

So können Sie es durchdenken

Nutzen Sie das, um Ihre Gedanken vor dem Arzttermin zu ordnen. Es gibt Ihnen kein Ja. Das kann nur eine Ärztin oder ein Arzt, die Ihre Gesundheit kennen.

1Gibt es einen gesundheitlichen Grund? Typ‑2‑Diabetes, oder ein Gewicht, das Ihrer Gesundheit schadet?
Wenn neinEin paar Kilo oder ein besonderer Anlass? Dafür sind diese Medikamente nicht da. Lesen Sie Ratgeber 3.
2Trifft etwas aus der Tabelle „Wer es nicht nehmen sollte“ auf Sie zu?
Wenn jaNicht anfangen. Sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; es kann das Medikament ausschließen.
3Sind Sie schwanger, stillen Sie, oder planen Sie bald ein Kind?
Wenn jaJetzt nicht. Planen Sie Zeitpunkt und Verhütung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
4Sind Sie bereit für eine lange Einnahme, die Nebenwirkungen und, zum Abnehmen, die Kosten auf Privatrezept?
Wenn unsicherLesen Sie zuerst Ratgeber 5 und Ratgeber 6.
Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin, Ihrem Hausarzt oder einer anderen Ärztin oder einem anderen Arzt darüber.Nehmen Sie die Checkliste unten mit. Ob ein Medikament zu Ihnen passt, und welches, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Fragen an sich selbst

Hier gibt es keine Punkte. Die Fragen helfen Ihnen zu wissen, was Sie wollen und wofür Sie bereit sind.

  • Warum möchte ich das jetzt? Geht es um meine Gesundheit oder um Druck von anderen?
  • Was habe ich schon versucht? Was hat geholfen, wenigstens eine Zeit lang?
  • Könnte ich ein Medikament über Jahre nehmen, nicht nur über Monate?
  • Zahlt meine Kasse in meinem Fall, oder könnte ich ein Jahr oder länger selbst zahlen?
  • Wie käme ich damit zurecht, ein paar Wochen Übelkeit oder Magenprobleme zu haben?
  • Plane ich in den nächsten ein, zwei Jahren eine Schwangerschaft?
  • Hatte ich schon einmal eine Essstörung, etwa Essanfälle oder Hungern?
  • Wer unterstützt mich bei der Umstellung von Ernährung und Bewegung?

Was sollte ich zum Termin mitbringen?

Bringen Sie Ihre Vorgeschichte, Ihre Medikamente und aktuelle Laborwerte mit. Stellen Sie dann die Fragen unten. Sie können diese Karte ausdrucken.

Mein Arzttermin zu GLP‑1

Mitbringen

  • Ihren Gewichtsverlauf: höchstes Gewicht, letzte Veränderungen, frühere Abnehmversuche
  • Ihren Taillenumfang, wenn Sie ihn gemessen haben
  • Eine Liste aller Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, mit Dosis
  • Aktuelle Laborwerte, wenn Sie welche haben: HbA1c, Cholesterin, Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte
  • Familiengeschichte: Schilddrüsenkrebs, MEN 2, Pankreatitis, Diabetes
  • Ihre eigene Vorgeschichte: Pankreatitis, Gallensteine, Magenprobleme, Essstörungen, Augenerkrankungen
  • Pläne für eine Schwangerschaft und Ihre Verhütung
  • Geplante Operationen oder Magenspiegelungen
  • Ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind

Fragen

  • Ist ein Medikament das Richtige für mich, oder sollte ich zuerst etwas anderes versuchen?
  • Bekomme ich ein Kassenrezept, oder wird es ein Privatrezept?
  • Ist dieses Medikament in der EU für meine Erkrankung zugelassen?
  • Wie und wann prüfen wir, ob es wirkt?
  • Was mache ich mit meinen anderen Medikamenten?
  • Bei welchen Nebenwirkungen soll ich Sie anrufen, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) oder den Notruf 112?
  • Was passiert, wenn ich aufhöre?
  • Wen erreiche ich zwischen den Terminen?

Aus GLP Guidebook, Ratgeber 4. Allgemeine Information, keine medizinische Beratung.

Der erste Schritt ist meist Ihre Hausarztpraxis. Ratgeber 6 erklärt Kassenrezept und Privatrezept, Videosprechstunden und woran Sie eine legale Versandapotheke erkennen.

Welche Begleitung gehört dazu?

Nach der deutschen Leitlinie gehört zu jedem Medikament eine Basistherapie aus Ernährung, Bewegung und Verhaltensänderung.

Die S3-Leitlinie sagt, ein Medikament zum Abnehmen „soll nur in Kombination mit einer multimodalen Basistherapie“ eingesetzt werden.2 Das ist auch für die private Versicherung wichtig: Im Urteil aus Nürnberg-Fürth fehlte genau dieses begleitende Konzept; gegen das Urteil läuft eine Berufung.13 Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche Ernährungs- und Bewegungsangebote es bei Ihnen gibt.

Egal welchen Weg Sie gehen: Es hilft, wenn jemand zu Hause weiß, was Sie nehmen, welche Nebenwirkungen zu erwarten sind und wann Sie Hilfe brauchen.

Häufige Fragen

Mein BMI ist 28. Bekomme ich ein GLP-1-Medikament?

Ein automatisches Ja gibt es nicht. Die EU-Zulassung erlaubt einer Ärztin oder einem Arzt, Wegovy oder Mounjaro ab einem BMI von 27 zu erwägen, wenn Sie zusätzlich eine gewichtsbedingte Erkrankung haben, etwa Bluthochdruck oder Typ‑2‑Diabetes.1,4 Zum Abnehmen zahlen Sie es selbst, auf Privatrezept.8 Ob es zu Ihnen passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen, nachdem Nutzen und Risiken abgewogen sind.

Spielt meine Herkunft eine Rolle?

In Deutschland nicht bei den Grenzwerten. Die EU-Zulassung und die deutsche S3-Leitlinie nutzen für alle dieselben BMI-Werte. Die Leitlinie sagt nur, dass ethnische Unterschiede zu berücksichtigen sind.1,2 Manche andere Länder, etwa Großbritannien, nutzen für Menschen mit asiatischer, afrikanischer oder karibischer Herkunft niedrigere Werte.30 Sprechen Sie es an, wenn es Sie betrifft.

Darf ich es nehmen, wenn meine Mutter Schilddrüsenprobleme hatte?

Die meisten Schilddrüsenprobleme, etwa eine Unterfunktion, spielen hier keine Rolle. Die US-Fachinformation schließt nur Menschen aus, die selbst oder in der Familie medullären Schilddrüsenkrebs hatten oder MEN 2 haben.3 In der EU-Fachinformation ist das keine Gegenanzeige.1 Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt genau, was Ihre Angehörige hatte.

Verträgt es sich mit Metformin?

Metformin gehört nicht zu den Medikamenten, bei denen die Fachinformationen vor Unterzuckerung warnen. Diese Warnung betrifft Insulin und Sulfonylharnstoffe wie Glimepirid.3 Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sieht sich trotzdem alle Ihre Medikamente zusammen an.

Wie lange müsste ich es nehmen?

Oft lange. In der Studie zum Absetzen kam der größte Teil des Gewichts innerhalb eines Jahres zurück, und die Forschenden schlossen, dass eine dauerhafte Behandlung nötig zu sein scheint.23 Die deutsche Leitlinie sagt, der Erfolg soll regelmäßig überprüft werden.2

Muss ich es absetzen, bevor ich schwanger werden möchte?

Ja, und planen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut EU-Fachinformation setzen Sie Wegovy mindestens 2 Monate und Mounjaro mindestens 1 Monat vor einer geplanten Schwangerschaft ab.1,4

Ich werde nächsten Monat operiert. Soll ich es absetzen?

Entscheiden Sie das nicht allein. Sagen Sie es dem Operationsteam, der Narkoseärztin oder dem Narkosearzt und der Person, die es verschrieben hat. Eine US-Empfehlung von 2024 sagt, dass die meisten Menschen weiter spritzen können, mit zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen für Menschen mit höherem Risiko.24

Bevor Sie weiterlesen

  • Ein BMI-Wert ist der Punkt, ab dem eine Ärztin oder ein Arzt nachdenken kann, kein Grund, ein Medikament zu nehmen.
  • Bei Typ‑2‑Diabetes zahlt die Krankenkasse. Zum Abnehmen zahlen Sie selbst, auf Privatrezept.
  • Nie in der Schwangerschaft. Medullären Schilddrüsenkrebs oder MEN 2 in der Familie immer ansprechen.
  • Mit Mounjaro und Pille: Fragen Sie nach zusätzlicher Verhütung; US- und EU-Fachinformation sehen das unterschiedlich.
  • Für ein paar Kilo sind sie nicht gedacht, und das Gewicht kommt nach dem Absetzen meist zurück.
  • Sie haben eine Checkliste für Ihren Termin.
War dieser Ratgeber leicht zu verstehen?

Quellen

  1. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Wegovy: Produktinformation (Fachinformation), Abschnitte 4.1 (Erwachsene mit BMI ≥ 30 oder ≥ 27 mit gewichtsbedingter Begleiterkrankung; Jugendliche ab 12 mit Adipositas und mehr als 60 kg; Abbruchregel für Jugendliche), 4.2, 4.4, 4.6 (Absetzen mindestens 2 Monate vor geplanter Schwangerschaft; nicht in der Stillzeit) und 5.1 (Herz-Kreislauf-Ergebnisse), aktualisiert 21. September 2026. PDF
  2. Deutsche Adipositas-Gesellschaft u. a. S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“, AWMF-Register 050-001, Version 5.0, Oktober 2024. Empfehlungen 5.1 (Behandlungsgründe), 5.3 (Gewichtsziele), 5.28 (Basistherapie), 5.29a (Medikamente ab BMI 27 mit Risikofaktoren oder ab BMI 30), 5.30 (regelmäßige Erfolgskontrolle; Hintergrundtext zu Abbruchregeln), 5.32 (GLP‑1 bei Typ‑2‑Diabetes). PDF
  3. Novo Nordisk. Wegovy (semaglutide), Fachinformation für die USA (FDA), überarbeitet Juni 2026: Warnhinweis im Kasten, Abschnitte 4, 5 und 8. DailyMed
  4. EMA. Mounjaro (Tirzepatid): Produktinformation, Abschnitte 4.1 (Typ‑2‑Diabetes; Gewichtsmanagement bei Erwachsenen), 4.5 und 4.6 (orale Verhütung; Absetzen mindestens 1 Monat vor geplanter Schwangerschaft), aktualisiert 8. Oktober 2026. PDF
  5. Novo Nordisk. Ozempic (semaglutide), Fachinformation für die USA (FDA), Abschnitt 1. Nicht die EU-Fachinformation. DailyMed
  6. Eli Lilly. Zepbound (tirzepatide), Fachinformation für die USA (FDA), überarbeitet August 2026: Abschnitte 4, 7, 8.3 und 8.4. PDF
  7. Novo Nordisk Deutschland. Pressemitteilung: Wegovy Tablette erhält EU-Zulassung („Die Wegovy® Tablette ist ein verschreibungspflichtiges Medikament“), 20. Juli 2026. PDF
  8. § 34 Abs. 1 SGB V (Ausschluss von Arzneimitteln „zur Abmagerung oder zur Zügelung des Appetits, zur Regulierung des Körpergewichts“). Gesetze im Internet
  9. Gemeinsamer Bundesausschuss. Tragende Gründe zur Änderung der Arzneimittel-Richtlinie, Anlage II: Semaglutid („gilt nur bei der Anwendung zur Gewichtsreduktion“; Zulassung als entscheidendes Kriterium), 21. März 2024. PDF · Deutsches Ärzteblatt: „G-BA listet Abnehmspritze Wegovy bei Lifestyle-Arzneimitteln“. Link
  10. Deutsches Ärzteblatt. „Tirzepatid und Ritlecitinib als Lifestylearzneimittel gelistet“ („Tirzepatid ist weiterhin als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 verordnungsfähig“), September 2024. Link
  11. Bundesministerium für Gesundheit. Zuzahlung und Erstattung bei Arzneimitteln („zehn Prozent des Abgabepreises, mindestens jedoch fünf Euro und höchstens zehn Euro“). BMG
  12. Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband). Werden Abnehmspritzen und Abnehmpillen von der PKV erstattet? Juli 2026. Link
  13. LG Nürnberg-Fürth, Endurteil vom 21. Mai 2026, Az. 8 O 4860/25 (private Krankenversicherung, Mounjaro, kein Therapiekonzept; Berufung beim OLG Nürnberg, Az. 8 U 1103/26, laut Volltext). Volltext · apotheke adhoc: „Abnehmspritze: Kasse zahlt nur bei Therapiekonzept“. Link
  14. krankenkasseninfo.de. Abnehmspritzen bald auf Kassenrezept? Politik prüft Kostenübernahme (Petition an das BMG überwiesen; „Konkrete Gesetzespläne liegen derzeit jedoch noch nicht vor“; Hinweis auf das Urteil des SG Darmstadt zu Mounjaro), 4. August 2026. Link · beck-aktuell: SG Darmstadt, „Kein Anspruch auf Kostenübernahme für Lifestyle-Medikament Mounjaro“, 11. November 2025. Link
  15. Bundesärztekammer u. a. Nationale VersorgungsLeitlinie Typ‑2‑Diabetes, Version 3, 15. Mai 2023. leitlinien.de
  16. Bundesärztekammer. (Muster-)Berufsordnung für Ärztinnen und Ärzte, § 7 Abs. 4 (ausschließliche Behandlung über Kommunikationsmedien „im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist“), Bekanntmachung vom 18. Juni 2026. Verbindlich sind die Berufsordnungen der Landesärztekammern. PDF
  17. Verbraucherzentrale NRW. Testkauf-Bericht: Abnehmspritze aus dem Internet, 25. März 2026. PDF
  18. BfArM. Lieferengpässe, Archiv: GLP-1-Rezeptoragonisten (Empfehlungen aufgehoben, Stand 18. März 2026). BfArM
  19. Deutsches Ärzteblatt. „Bundesinstitut ermahnt Ärzte zu strengen Verordnungen von Trulicity und Ozempic“ (Off-Label-Verordnung auf Kassenrezept nicht zulässig), 6. Oktober 2023. Link
  20. Wilding JPH et al. Once-weekly semaglutide in adults with overweight or obesity (STEP 1). NEJM, 2021;384:989–1002. DOI
  21. Jastreboff AM et al. Tirzepatide once weekly for the treatment of obesity (SURMOUNT-1). NEJM, 2022;387:205–216. DOI
  22. Davies M et al. Semaglutide 2.4 mg once a week in adults with overweight or obesity, and type 2 diabetes (STEP 2). Lancet, 2021;397:971–984. DOI
  23. Wilding JPH et al. Weight regain and cardiometabolic effects after withdrawal of semaglutide: the STEP 1 trial extension. Diabetes Obes Metab, 2022;24:1553–1564. DOI
  24. American Society of Anesthesiologists. New multi-society GLP-1 clinical practice guidance released, 29. Oktober 2024. Erklärte Interessen: Im Leitlinienpapier geben 2 von 10 Autorinnen und Autoren Berater- oder Vortragshonorare von Novo Nordisk an. Link
  25. apotheke adhoc. „BfArM bestätigt: Insulin statt Semaglutid“ (gefälschte Ozempic-Pens; „die betroffenen Pens enthalten Insulin“), 8. November 2023. Link
  26. The dual role of GLP-1 receptor agonists in weight management and eating disorders: potential benefits and risks. J Psychiatr Res, 2026. DOI
  27. GLP-1 receptor agonist therapy and skeletal muscle: a narrative review with implications for older adults. JAR Life, 2026. DOI
  28. § 43 Arzneimittelgesetz (Versand nur mit behördlicher Erlaubnis). Gesetze im Internet · BfArM: Versandhandels-Register mit EU-Sicherheitslogo. BfArM
  29. EMA. Ozempic: European Public Assessment Report (Zulassung 8. Februar 2018, Typ‑2‑Diabetes), aktualisiert 25. August 2026. EMA
  30. NICE (Großbritannien). Overweight and obesity management (NG246), Empfehlungen 1.9.10 und 1.9.11 (niedrigere BMI-Werte für bestimmte ethnische Gruppen), aktualisiert 8. Januar 2026. NICE

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